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TU Berlin

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See-Young Cho

Werdegang
 
Seit dem Wintersemester 1995/96 halte ich regelmäßig zwei bis drei Lehrveranstaltungen pro Semester am Institut für Sprache und Kommunikation der Technischen Universität Berlin ab. Vom Sommersemester 2004 bis zum Wintersemester 2005/06 bot ich als Vertretungsprofessor (C4) für Anglistische Linguistik im Fachbereich  Sprach- und Literaturwissenschaft der Universität Osnabrück vier Lehrveranstaltungen und ein Seminar als Lehrauftrag an der TU Berlin. Die Veranstaltungen behandeln zum Einen Themen der synchronen und diachronen anglistischen Sprachwissenschaft. Zum Anderen biete ich Kurse zu allgemeinsprachwissenschaftlichen Fragestellungen an. Des weiteren stehen das Internet und computergestützte Methoden und Verfahren der linguistischen Arbeit im Mittelpunkt von (Pro)seminaren und Übungen. Bei  nicht-indogermanischen Sprachen liegt mein langjähriger Schwerpunkt auf dem Koreanischen und anderen asiatischen Sprachen (wie dem Japanischen und Chinesischen).

In den sprachhistorischen Veranstaltungen zur Geschichte des Englischen verfolge ich vor allem die Entwicklung der englischen Laute vom Gemeingermanischen über die drei klassischen Perioden des Englischen bis zur Gegenwartssprache. Gegenstand sind sowohl die germanische und althochdeutsche Lautverschiebung, der i-Umlaut, quantitative und qualitative Veränderungen in mittel- und frühneuenglischer Zeit sowie Probleme des Verhältnisses von Lautung und Schreibung seit etwa 1400. Allgemeine Fragen des Lautwandels wurden an der frühneuenglischen Langvokalverschiebung (English Great Vowel Shift) besprochen. Neben der Lautgeschichte habe ich ausgewählte Kapitel der Entwicklung der englischen Morphologie behandelt. Dazu gehören die Erörterung der Veränderungen im Bereich der Flexion bei Substantiven und Verben, die Herausbildung der Hilfsverben als einer eigenständigen Wortklasse im historischen Verlauf und allgemein der Wandel des Englischen von einer flektierten zu einer positionalen Sprache. An ausgewählten Kapiteln aus der Formengeschichte habe ich u.a. die Entwicklung der Adverbialkennzeichnung behandelt, die Steigerung der Adjektive, die Veränderungen im Pronominalsystem des Englischen (Wegfall der Opposition du-Sie), das Ablautsystem der starken Verben und dialektale Einflüsse auf die heutigen Standardformen der Flexion. Der Schwerpunkt liegt in beiden Teilen auf historischen Veränderungen, die im Gegenwartsenglisch ihre Spuren hinterlassen haben und von daher bei den Studierenden Interesse für Fragestellungen der Sprachgeschichte wecken sollten.

In Veranstaltungen zum Gegenwartsenglisch habe ich mich intensiv mit Fragen der Grammatik beschäftigt. Dies geschieht im Rahmen der common sense grammar wie sie von Quirk und Mitarbeiter(inne)n im Rahmen des Survey of English Usage entwickelt wurde und im grammatischen Bezugsrahmen der Cambridge Grammar of the English Language von Huddleston und Pullum. Schwerpunktmäßig geht es um die deskriptive, datengestützte Erarbeitung von Bereichen der englischen Grammatik, die es den Studierenden in Auseinandersetzung mit authentischem Material erlaubt, selbst Lösungen vorzuschlagen und Beschreibungen in der Literatur einzuschätzen und zu kritisieren. Als Datenquelle wird hauptsächlich das British National Corpus eingesetzt, ein Korpus von 100 Millionen Wörtern der verschiedensten Register des geschriebenen und gesprochenen Britischen Englisch. Dabei habe ich aus der Breite der grammatischen Fragestellungen Kapitel zum einfachen Satz und seiner Hauptgruppen wie nominale, verbale und adverbiale ausgewählt. Neben der Grammatik des einfachen Satzes habe ich Veranstaltungen zur Morphologie angeboten. Hier stehen Verfahren der Bestimmung  und Beschreibung von Morphemen und ihre Klassifikation im Zentrum. Neben der morphologischen Analyse und Beschreibung im Kontext der vom Strukturalismus entwickelten Methodologie habe ich die Wortbildung wiederholt behandelt. Themen dieser Veranstaltungen waren die primären und sekundären Wortbildungsprozesse, wobei besonderes Gewicht auf die für das Englische typischen Erscheinungen wie etwa die Konversion gelegt wurde. Die Studierenden waren eingebunden in die praktische Auseinandersetzung mit konkreten Einzelfragen anhand von Recherchemöglichkeiten wie sie das Internet und andere neuere technologische Möglichkeiten zur Verfügung stellen.

Der Vergleich zwischen Sprachen war Gegenstand einer Veranstaltung zur Kontrastiven Linguistik. Die Teilnehmer(innen) wurden vertraut gemacht mit den verschiedenen Formen des Sprachvergleichs, wobei neuere typologische Ansätze wie sie von Greenberg und seinen Mitarbeitern in den frühen sechziger Jahren angeregt wurden, im Mittelpunkt standen. Als Sprachen wählte ich das Englische, Koreanische und Deutsche. Die ersten beiden werden typologisch übereinstimmend als sog. SVO- bzw. SOV-Sprache eingestuft, wogegen das Deutsche bis heute in seiner Kennzeichnung umstritten ist. Diese Kontroverse wurde als Bezugspunkt für die Erörterung der Möglichkeiten und Schwierigkeiten typologischer Arbeit gewählt und in ihren verschiedenen Parametern unter Einbeziehung neuerer Forschungsergebnisse (z.B. Hawkins) erörtert und deskriptiv für das Verstehen von implikativen Beziehungen zwischen verschiedenen grammatischen Erscheinungen durchgespielt und genutzt. Daneben kamen traditionelle Themen der Kontrastiven Linguistik wie vergleichende Phonologie und kontrastive Lexik zur Sprache.

Die Vielfältigkeit der Erscheinungsformen einer Sprache habe ich als ein Thema der neueren Soziolinguistik am Beispiel des Amerikanischen Englisch zum Gegenstand einer weiteren Veranstaltung gemacht. Die Studierenden wurden eingeführt in regionale, soziale und situative Varianten dieser Form des Englischen. Dabei bin ich auf die Geschichte und den Stand der Fertigstellung des Dialektatlasses der USA eingegangen und habe wichtige Vertreter wie Kurath, McDavid und Preston behandelt. Am Beispiel von Labov wurde der Beitrag der Soziolinguistik für die Erforschung von Nicht-Standardvarianten erläutert. Ebenso ging es um die Korrelation von Sprache und Genus, die seit den frühen sechziger Jahren ein zentraler Bereich der Soziolinguistik in den USA ist. Das Problem von Pidgin- und Kreolsprachen lässt sich differenziert am Beispiel des Black English erörtern, das ebenso als Demonstration für sprachpolitische Auseinandersetzungen (unter Stichwörtern wie Ebonics) in den USA genommen wurde. Die unterschiedliche gesellschaftliche Bewertung von gleichen sprachlichen Erscheinungen wurde im Vergleich mit dem Britischen Englisch diskutiert.

Mehrere Veranstaltungen habe ich zur computergestützten Lexikographie angeboten. Themen waren u.a. die Geschichte der englischen Lexikographie von Cawdrey bis zur zweiten Auflage des großen Oxford English Dictionary (1989), Methoden sowie technologische Möglichkeiten der Erstellung von Wörterbüchern und allgemeine lexikologische Fragen, die bei der Konzeption eines Wörterbuches eine Rolle spielen. Einen großen Teil der Kurse nahm die Einführung in die praktische Arbeit mit verschiedenen Arten von einsprachigen Wörterbüchern zum Britischen und Amerikanischen Englisch ein, z. B. learner´s dictionaries, Aussprachewörterbücher sowie Lexika zu Phraseologismen und zur Geschichte des Englischen. Die Teilnehmer(innen) wurden vertraut gemacht mit den elektronischen Ausgaben der bekanntesten einsprachigen Wörterbücher zum Britischen und Amerikanischen Englisch, speziell mit denjenigen, welche die Aussprache mitliefern. Ferner habe ich durch gezielte Reserchen auf die Nutzungsmöglichkeiten hingearbeitet, die das Internet heute bietet. Daneben wurde im Projektraum des Instituts praktische Lexikographie erprobt unter Anwendung von Software, die für die Herstellung von Wörterbüchern von Bedeutung ist.

Eine Folge von Veranstaltungen beschäftigt sich mit Fragen der Korpuslinguistik, des computergestützten Lernens von Sprachen und dem Einsatz der neueren technologischen Möglichkeiten, die der Computer, das Internet und neuere Hard- und Software für das wissenschaftliche Arbeiten am Beispiel der Linguistik ermöglichen. Geübt wurden Erstellung  und Analyse von elektronischen Korpora für linguistische Forschungen. Zur Sammlung von elektronischen Texten wurde das  Internet extensiv einbezogen, Bücher mit dem Scanner eingelesen und Datenbanken angelegt. Daneben erhalten die Studierenden die Möglichkeit, mit bekannten kommerziellen maschinenlsebaren Korpora zum Englischen zu arbeiten. Mit Konkordanz- und Tabellenkalkulationsprogrammen wurden Häufigkeiten von Wörtern untersucht. Die Studierenden lernten MS WinWord (Textverarbeitungsprogramm), MS Access (Datenbankprogramm), MS Excel (Tabellenkalkulationsprogramm), OmniPage Pro (Scann-programm), WordSmith (Konkordanz-Programm), PowerPoint (Präsentationsprogramm) und Studio 8 (Macromedia und Flash: Tools für die Entwicklung des Internet-Programms) kennen. Die Welt des Lernens hat sich verändert. Zum Lehrenden kommen heute interaktive Möglichkeiten über LAN und Internet hinzu. Multimedia und Online-Zugriffsmöglichkeiten versetzen uns in die Lage, nahezu unbegrenzt Informationsquellen interaktiv zu nutzen. Das Internet als „weltweiter Hörsaal“ und wichtige Resource für linguistische Forschung und Lehre wurde ausführlich behandelt und in seinen Einsatzmöglichkeiten in Projekten vorgestellt und mit den Studierenden praktisch angewendet.

Veranstaltungen zu nicht-indogermanischen Sprachen biete ich regelmäßig zu meiner Muttersprache Koreanisch an. Das Koreanische ist eine typologisch konsistente Sprache und typologisch eng verwandt mit dem Japanischen. Untersuchungsgegenstände sind das koreanische Schriftsystem und seine Entstehung, das Lautsystem dieser Sprache und die wichtigsten Erscheinungen seiner Grammatik. Die koreanische Schrift habe ich mit dem chinesischen Schriftsystem und den verschiedenen graphischen Formen des Japanischen verglichen. Ich habe damit begonnen, eine ausführliche Geschichte der koreanischen Schriften auszuarbeiten und im Internet international zugänglich zu machen.  Ferner entwickle ich seit zwei Semestern einen Kurs zur koreanischen Sprache und Kultur, von denen Teile auf der  Lernplattform der Fakultät I der TU Berlin verfügbar sind. In der Grammatik liegt der Schwerpunkt auf Besonderheiten meiner Muttersprache wie etwa den grammatikalisierten Systemen der Respektbezeugung (honorifics) und den Modifikationsmöglichkeiten der nominalen und verbalen Gruppe im Satz. In Einzelfällen habe ich auffällige Unterschiede in Kollokationen und metaphorischen Ausdrücken zwischen dem Koreanischen und europäischen Sprachen behandelt. Ein besonderes Interesse gilt aufgrund eigener Forschungen den syntaktischen Wiedergabemöglichkeiten von Thema-Rhema-Strukturen im Koreanischen, Englischen und Deutschen.

Die meisten der oben skizzierten Veranstaltungen habe ich im PC-Pool des Rechenzentrums durchgeführt, um neuere technologische Möglichkeiten zu nutzen und zu erproben und die Studierenden dazu zu bringen, sich der neueren Formen zu bedienen und für die eigene Arbeit anzunehmen. Zu diesem Zweck habe ich für die Mehrheit der Veranstaltungen Webseiten mit Verbindungen zu anderen themenbezogenen Knoten im Netz eingerichtet und diese über das Internet weltweit zugänglich gemacht. Bibliographien, Studienhilfen, Übungsmaterialien und Illustrationen sind unter den betreffenden Adressen verzeichnet. Wie Reaktionen und Rückmeldungen über das WWW zeigen, sind diese Webseiten zu häufig benutzten Informationsquellen weltweit geworden. Sie sind abrufbar unter dem Stichwort Virtual Classroom unter der Webadresse des Instituts für Sprache und Kommunikation sowie unter der Webadresse der E-Learning-Plattform der Fakultät I – Geisteswissenschaften -- der TU Berlin.

Wie die obigen Darlegungen zeigen, verfüge ich über eine langjährige Lehrerfahrung zu verschiedenen Bereichen und Themen der englischen und allgemeinen Sprachwissenschaft und zur koreanischen Sprache und Kultur. Meine Veranstaltungen behandeln Themen zu Sprache als System, zu sprachlichen Varietäten und zur historischen Linguistik sowie zu Sprache in ihrem soziokulturellen Kontext. Aufgrund meiner extensiven Erfahrung mit verschiedenen Formen der Lehre habe ich verstärkt  neuere multimediale Möglichkeiten in meine Veranstaltungen einbezogen, die zum Beispiel im fremdsprachlichen Unterricht eine große Rolle spielen. Um den Unterricht nicht auf festliegende Tage zu beschränken, biete ich parallel hierzu online-Tutorien an, die den Studierenden neue Möglichkeiten des Selbstlernens in Rückkopplung mit dem Dozenten eröffnen. Diese neue Form des blended learning wird nach meiner Erfahrung von den Studierenden gerne und ausgiebig genutzt. Neben den traditionellen Unterrichtsformen nutze ich aufgrund positiver eigener Erfahrungen die oben skizzierten Möglichkeiten, die sich in Verbindung mit dem Internet, mit multimedialen Entwicklungen und Lernplattformen eröffnet haben.

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