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Fachgebiet Allgemeine LinguistikAktuelles

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Aktuelles

Zum 200. Geburtstag von Daniel Sanders

Daniel Hendel Sanders (sel. A.; geb. am 12.11.1819) war ein jüdischer Sprachforscher und Lexikograph, der viele bedeutende Werke vorlegte, die sich vom damaligen diachron (etymologisch-historischen) bestimmten Forschungszugang lösten und synchron ausgerichtet waren. Damit ist Sanders (lange vor De Saussure) als ein Begründer der modernen Sprachforschung zu würdigen. Seine Wortanalysen zeichnen sich durch präzise Methodik und funktionale Anwendungsorientiertheit aus.

Doch die antisemitische Herabwürdigung seiner Schriften im späten 19. Jahrhundert und die Diskreditierung sowie Ignorierung seiner Forschung in der NS-Zeit führten dazu, dass die Leistungen Sanders in Vergessenheit gerieten, zumal auch nach 1945 keine Re-Evaluierung erfolgte, da Germanistik und Sprachforschung an den Universitäten zum Teil noch erheblich von den Professoren gelehrt wurde, die in der NS-Zeit für die Diskreditierung jüdischer Forschung gesorgt hatten.

Dass die exzeptionellen Leistungen von Sanders auch von hoch gebildeten Personen abgelehnt und minimiert wurden, zeigt, wie stark Judenfeindschaft kulturell, kognitiv und vor allem emotional als ein tief sitzendes Ressentiment verankert war (und ist). Bildung ist weder ein Garant gegen Antisemitismus noch ist es ein Gegenmittel. 

Die Beschäftigung mit Daniel Hendel Sanders öffnet daher auch die Augen für das, was Antisemitismus stets war und ist: eine kulturhistorische Kategorie und ein kollektives Gefühl, das auch an Universitäten und im akademischen Leben seine Wirkung zeigt(e).

Mecklenburg-Strelitz gedenkt zum 200. Geburtstag von Sanders seiner großen Leistungen und würdigt ihn mit einer Festveranstaltung und der Verleihung des Daniel-Sanders-Preises:


In den Ministergärten Berlin: Festveranstaltung in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern mit Verleihung des Daniel-Sanders-Preises für Kultur und Demokratie durch die Stiftung Kulturgut Mecklenburg-Strelitz und Festvortrag von Frau Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schwarz-Friesel, TU Berlin.

 

Neustrelitzer Sanders-Preis bei Feier in Berlin überreicht (Nordkurier, 13.11.2019)
 

Regionalforum Leipzig: Antisemitismus in Deutschland

Antisemitismus ist nicht nur ein Phänomen des politischen Extremismus. Immer deutlicher werden Diskriminierungen von Jüdinnen und Juden auch im Alltag sichtbar. Nicht selten wird Judenhass als vermeintliche Meinungsfreiheit getarnt. Welche Rolle spielen dabei Sprache, Internet und Soziale Medien? Welche Entwicklungen sind zu beobachten? Und welches Engagement besteht gegen diese Erscheinungsformen des Antisemitismus?

Regionalforum Leipzig,
5. Dezember 2019, 10:00-16:30 Uhr
Zeitgeschichtliches Forum Leipzig, Grimmaische Straße 6, 04109 Leipzig

Zu den Mitwirkenden zählen: Zsolt Balla, Landesrabbiner von Sachsen; Florian Eisheuer, Leiter des Arbeitsbereiches Antisemitismus der Amadeu Antonio Stiftung; Dr. Thomas Feist, Beauftragter der Sächsischen Staatsregierung für das Jüdische Leben; Korbinian Frenzel, Deutschlandfunk Kultur; Prof. Dr. Evyatar Friesel, Professor Emeritus für Moderne Jüdische Geschichte, Hebräische Universität von Jerusalem; Dr. Nora Goldenbogen, Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden; Stephan J. Kramer, Präsident des Amtes für Verfassungsschutz beim Thüringer Ministerium für Inneres und Kommunales; Dr. Kathrin Kunkel-Razum, Leiterin der Dudenredaktion; Katharina Landgraf MdB, Vorstandsvorsitzende des Bildungswerks Sachsen der Deutschen Gesellschaft e. V.; Dr. Jürgen Reiche, Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig; Prof. Dr. Reinhard Schramm, Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinden Thüringen; Prof. Dr. Dr. h. c. Monika Schwarz-Friesel, Leiterin des Fachgebietes Allgemeine Linguistik, Technische Universität Berlin.

Das Programm finden Sie hier.

 

 

Rassismus und Antisemitismus – Alltag in Europa?

Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel
Lupe

Ein Symposium am Frankfurter Center for Applied European Studies diskutiert am 22. November 2019 über Ursachen von Ausgrenzung, Diskriminierung und politisch motivierten Gewalttaten U.a. mit Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel zu " Judenhass 2.0 – Die Verbreitung von Antisemitismus in den Sozialen Medien"  

Termin: 22. November 2019, 15:00 bis 19:30 Uhr
Ort: Frankfurt University of Applied Sciences, Nibelungenplatz 1, 60318 Frankfurt, Gebäude 1, Raum 529

Informationen und Programm

Bericht zum Symposium

Bregenz: Austausch über aktuelle Formen des Antisemitismus und Maßnahmen zu seiner Bekämpfung

Impulsvortrag von Monika Schwarz-Friesel
Lupe
Monika Schwarz-Friesel im Gespräch mit Wolfgang Schäuble
Lupe

 

Der österreichische Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka lud am 23./24. Juli 2019 die ParlamentspräsidentInnen der deutschsprachigen Länder zu einem zweitägigen Treffen in Bregenz. Dabei standen aktuelle Formen des Antisemitismus und Maßnahmen zu seiner Bekämpfung im Mittelpunkt des informellen Treffens.

Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel nahm als Expertin der Antisemitismusforschung daran teil. Sie berichtete u.a. aus ihrer langjährigen Analyse über aktuellen Antisemitismus im digitalen Zeitalter und trug dadurch zur Verdeutlichung der aktuellen Situation bei.

 

Mehr dazu unter: https://www.ots.at

Beitrag im ORF - Vorarlberg heute vom 23. Juli 2019. Link

 

 

Buchvorstellung: "Judenhass im Internet"

14. Oktober 2019 um 18:30 Uhr im Besucherzentrum der Berliner Landeszentrale für politische Bildung, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin

Wie denken, fühlen und kommunizieren Antisemiten im digitalen Zeitalter? Welche Rolle spielt das Internet bei der Verbreitung und Radikalisierung von Judenhass? Diese Fragen werden anhand von Beispielen aus dem Web 2.0 und auf der Basis einer Studie im Buch „Judenhass im Internet. Antisemitismus als kulturelle Konstante und kollektives Gefühl“ erläutert.

Monika Schwarz-Friesel stellt „Judenhass im Internet. Antisemitismus als kulturelle Konstante und kollektives Gefühl“ vor. Anschließend findet ein Gespräch mit Lars Rensmann von der Universität Groningen statt, das auch für das Publikum geöffnet wird. Die Moderation übernimmt Nora Pester vom Verlag Hentrich & Hentrich.

Zur Website für diese Veranstaltung und zur Online-Anmeldung

 

 

Neues Projekt www.stopantisemitismus.de ist online

Launch der Website stopantisemitismus.de
Projektbeteiligte beim Launch der Website
Lupe

Am 12. Juni 2019 ging die Projektseite www.stopantisemitismus.de online. Die Website unterstützt Betroffene, Zeug*innen und Unbeteiligte antisemitischer Vorfälle sowie Menschen, die sich einbringen wollen, aber bisher nicht wissen, wie und wo sie Unterstützung finden. Dort finden Sie Informationen, Handlungsempfehlungen und Argumentationshilfen gegen antisemitische Äußerungen und Übergriffe – ob im Bus, auf dem Schulhof, auf dem Fußballplatz, im Internet oder unter Freund*innen und Kolleg*innen.

Das Projekt ist ein bisher einzigartiger Zusammenschluss von bundesweiten Initiativen und Einzelpersonen gegen Antisemitismus aus den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Politik. Auch die Leiterin des Fachgebiets Allgemeine Linguistik Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel ist Teil dieses Expert*innen-Teams.

Ins Leben gerufen wurde das Projekt von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.

Auf dem Bild: Sarah Levy (Projektleiterin, freie Journalistin), Dr. h.c. Sonja Lahnstein-Kandel (step21 Initiative für Toleranz und Verantwortung), Deborah Krieg (Bildungsstätte Anne Frank) Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schwarz-Friesel (Antisemitismusforscherin, TU Berlin), Prof. Dr. Julia Bernstein (Antisemitismusforscherin der University of Applied Sciences), Dr. Nina Smidt (ZEIT-Stiftung), Prof. Dr. Uffa Jensen (Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin), Dr. Felix Klein (Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus), Derviș Hızarcı (KIgA Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus e.V.), Marina Chernivsky (Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment ZWST), Sabena Donath (Zentralrat der Juden), Giovanni di Lorenzo (Chefredakteur der Wochenzeitung DIE ZEIT), Louis Lewitan (Lewitan Coaching und Consulting, ZEIT-Autor), Prof. Dr. Michael Göring (Vorstandsvorsitzender ZEIT-Stiftung), Manfred Levy (Jüdisches Museum, Frankfurt)

 

Artikel in der ZEIT, 13.06.2019:
Es geht alle an

Beitrag in der Tagesschau vom 12.06.2019:
Gegen Antisemitismus im Alltag: Webseite stopantisemitismus.de startet

 

 

Neuerscheinung: Judenhass im Internet

Buchcover
Lupe

Monika Schwarz-Friesel
Judenhass im Internet. 

Antisemitismus als kulturelle Konstante und kollektives Gefühl

144 Seiten, 10 Abbildungen
ISBN: 978-3-95565-325-5
Hentrich & Hentrich
Jetzt im Buchhandel erhältlich
17,90 €

Zur Verlagsseite      

Weltweit gemeinsam gegen Judenhass: Gründung einer internationalen Gesellschaft für Antisemitismusforschung

Formation of a New Scholarly Society to Study Antisemitism

Press release, 13 July 2018

Scholars and policymakers who assembled in Vienna at the recent conference "An End to Antisemitism!" unanimously approved the proposal to form a new international academic society, to be called the International Organization for Antisemitism Research (IOAR).  This society will be devoted to the interdisciplinary study of the phenomenon of antisemitism throughout its history and in its various manifestations as well as to scholarly and scientific research aimed at developing strategies to fight antisemitism. It hopes to encourage scholarly interchange and research, theoretical and applied, to deepen our understanding of this phenomenon. The society hopes to hold conferences and foster scholarship as well as to promote the interchange of ideas between academic researchers and policymakers.
 
Professor Jehuda Reinharz, former president of Brandeis University and president of the Mandel Foundation, has agreed to serve as President and members of the founding board are Professors Catherine Chatterley of the University of Manitoba, Armin Lange of the University of Vienna, Dina Porat of Tel Aviv University, Alvin Rosenfeld of the University of Indiana, Lawrence H. Schiffman of New York University, Monika Schwarz-Friesel of the Technische Universität Berlin, and Mr. Mark Weitzman of the Simon Wiesenthal Center and the International Holocaust Remembrance Alliance.
 
The board will soon begin the process of constructing bylaws and setting up an administrative office.  It is expected that within a few months membership criteria will be announced and plans will be made for the IOAR’s first international conference.

 

www.pressestelle.tu-berlin.de

 

 

International Conference "An End to Anti-Semitism!"

Lupe

Im Februar 2018 hat sich das Fachgebiet mit dem Panel "Antisemitism and Internet" an der Internationalen Konferenz "An End to Anti-Semitism!" in Wien beteiligt.

18. - 22. Februar 2018

Vienna Town Hall und University of Vienna

Veranstalter: University of Vienna, Tel Aviv University und New York University

https://anendtoantisemitism.univie.ac.at/

Presseschau:

"Die Menschheit hat nach Auschwitz nichts gelernt" 
Interview mit Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel (Der Standard, 21.02.2018)

Antisemitismus im Internet
(ORF - Mittag in Österreich, 22.02.2018)

Antisemitismuskonferenz Wien
(3sat, 22.02.2018)

Antisemitismus: „Wie ein Chamäleon“ 
Interview mit Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel (science.orf.at, 23.02.2018)


Workshop "Verbaler Fundamentalismus oder: Wie Sprache Realitäten konstruiert"

Plakat zum Workshop 'Verbaler Fundamentalismus' am 15. Juli 2017
Plakat zum Workshop 'Verbaler Fundamentalismus', 15.07.2017
Lupe

Am 15. Juli 2017 findet an der TU Berlin ein interaktiver Workshop zu
De-Realisierungen, Verschwörungs-phantasien und Hass-Sprache im Internet
statt. Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos.

 

Anmeldungen bis zum 5. Juli an

 


Das Programm können Sie hier herunterladen.

Die Abstracts zu den Impulsreferaten können hier eingesehen werden.

Heinz Vater

Am 18. Juni 2015 ist Prof. Dr. Heinz Vater unerwartet verstorben. Wir verlieren einen liebenswürdigen sowie geschätzten Kollegen und liebenswerten Menschen. Zuletzt gab Heinz Vater am FG Linguistik im Sommer 2014 ein höchst erfolgreiches Seminar über Versprecher und Verhörer, weitere Veranstaltungen und Kooperationen waren geplant. Seine Begeisterung für sprachliche Beispielanalysen, seine Freundlichkeit und Warmherzigkeit werden uns sehr fehlen.

Monika Schwarz-Friesel

Tagung Text-Welt-Modelle

Tagung Text-Welt-Modelle an der LMU (22. LIPP Symposium) 24.-25.6.2015

Neuer Masterstudiengang Kommunikation & Sprache mit dem Schwerpunkt Kognitive Medienlinguistik

Lupe

Zum Wintersemester 2015/16 startet der neue Masterstudiengang

Sprache & Kommunikation mit dem Schwerpunkt Kognitive Medienlinguistik.

Wir freuen uns auf Ihr Bewerbung.


Informationen finden Sie hier.

Verleihung der Ehrendoktorwürde an Frau Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schwarz-Friesel

Am 29.11.2014 wurde Frau Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel von der Universität Debrecen in einer feierlichen Zeremonie ein Ehrendoktor für herausragende internationale Leistungen in der Forschung verliehen.

Verleihung der Ehrendoktorwürde an Frau Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schwarz-Friesel
Lupe
Verleihung der Ehrendoktorwürde an Frau Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schwarz-Friesel
Lupe
Verleihung der Ehrendoktorwürde an Frau Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schwarz-Friesel
Lupe
Verleihung der Ehrendoktorwürde an Frau Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schwarz-Friesel
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Neues DFG-Projekt "Verbal-Antisemitismen im Internet"

Am FG wird in den nächsten drei Jahren ein von der DFG gefördertes Forschungsprojekt zum Thema »Verbal-Antisemitismen im Internet: eine 
linguistische Korpusanalyse zu den Tradierungsformen aktueller 
Judenfeindschaft im WWW«
lokalisiert sein.

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